Carola findet ihre grauen Haare erotisch, liebt die Eighties wie ihren Morgenkaffee und isst am liebsten Tatar – während ihr Non-Spiri-Dude zu Hause ernsthaft glaubt, Chakras sind was zum Knabbern. Die Nachbarn tuscheln schon seit Jahren. Es geht ihr gepflegt an der Aura vorbei. Sie genießt ihre Sichtbarkeit, macht dem Quantenfeld eine klare Ansage und verbringt ihre Zeit am mit ihrer Tochter – weil das für sie echter Reichtum ist und nicht die Chaneltasche.
Schon seit ihrem Modedesignstudium gibt Carola einen Scheiß auf das, was andere über sie denken. Früher hätte man sie dafür als Hexe verbrannt – tatsächlich, nicht metaphorisch. Heute zeigt sie sich als das was sie wirklich ist: die Schmiedin mit dem energetischen Handwerkszeug. Authentisch, direkt, ohne Goddess-Getue und mit einer Klarheit, die das Esoterische entzaubert, ohne es zu entwerten.
Zigarettenrauch hasst die gebürtige Münchnerin übrigens wie die Pest. Sie hat noch nie an einer Kippe gezogen, kann den Gestank nicht leiden und findet, dass Rauchen öffentlich verboten sein sollte. Ihr Opa ist daran gestorben ist. Manche Dinge bleiben.
Sie war immer die, die zu viel gesehen hat – als Kind die, die den Außenseitern in der Klasse half, weil sie deren Größe sah, bevor die sie selbst sahen. In einer Clique wollte sie keiner haben. Macht Sinn, denn Cliquen brauchen Anpassung und das hat Carola nie gekonnt und auch nie gewollt. Ihre Aura war schon damals Raw.
Bevor sie sich als Heilerin geoutet hat, hat sie Produktionsabläufe in der Textilindustrie auf Manufaktur umgestellt, eine Maßhemden-Software mitenwickelt und europaweit in Top-Häusern installiert, Millionen-Deals gepitcht und gewonnen – und dabei gelernt, dass Qualität auf den Millimeter sitzt oder gar nicht. Das ist bis heute ihr Standard. In allem.
Nach Modedesign, Management und über einem Jahrzehnt als Unternehmerin zog sie sich als Eremitin zurück, investierte 50k in eigene Forschung und kehrte mit ihrer Lebenslehre Conscious Loving® zurück – bewusstes Lieben als mentale Tätigkeit, die Fusion der Polarität und sicher kein romantisches Gedudel aus der Pizzawerbung.